Wissenschaftlicher Newsticker

Wissenschaftlicher Newsticker Juni 2022

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Wie weiter mit der Automation?

Die Industrie 4.0 soll in Zukunft die deutsche und europäische Industrie wettbewerbsfähiger und damit erfolgreicher machen. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) feststellt, könnten hier umfassende Potenziale durch die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung von Produktionssystemen und Wertschöpfungsketten gehoben werden. Alle Beteiligten sind sich einig, dass sich damit die Welt der Automatisierung sowohl mit Blick auf die verwendeten Technologien und Architekturen als auch mit Blick auf die Entwicklungs- und Nutzungsprozesse ändern muss.

Aber wie? Diese Frage ist offen. Viel schlimmer, derzeit versuchen alle Beteiligten ihre eigenen Antworten zu finden, die dann oft nicht zu denen der anderen Beteiligten passen.

Um Licht in dieses Dunkel zu bringen, werden seit einigen Jahren am Lehrstuhl PSA empirische Untersuchungen hinsichtlich der Bedeutung von Architekturen, Technologien, Methoden und Wissen für den Unternehmenserfolg umgesetzt. In der aktuell letzten Studie, gemeinsam mit dem SPS Magazin und der Firma Logicals) wurde untersucht, welche Bedeutung unterschiedlicher grundlegender Entscheidungen zur Systemarchitektur für künftige Automatisierungssysteme besitzen, wie sich unterschiedliche Kommunikationstechnologien hier einordnen, welche Auswirkungen der neuen Automatisierungsstrategien auf die verschiedenen Phasen des Anlagenlebenszyklus haben werden, was das in Zukunft für die Effizienz des Engineerings von Automatisierungssystemen und den ökonomischen Betrieb der gesteuerten Produktionssysteme bedeuten wird, und welche Bedeutung Fachkompetenzen für die effektive und effiziente Umsetzung der neuen Automatisierungsarchitekturen haben werden.

Im Ergebnis der Studie, die auch auf der EKA 2022 - Entwurf komplexer Automatisierungssystemeveröffentlicht werden, konnten Handlungsempfehlungen Toolhersteller und Systemintegratoren auf der einen und Endnutzer auf der anderen Seite gewonnen werden.

Für Toolhersteller und Systemintegratoren konnte festgestellt werden, dass zukünftige Automatisierungsarchitektur von Produktions- und damit Automationssystemen auf Modulen basieren werden, die Funktionen im Produktionssystem übernehmen, dafür notwendige Technologen und die dabei relevanten Sicherheitseigenschaften kapseln und die vertikal und horizontal integriert werden müssen. Die Entwurfsprozesse der Systemintegratoren sowie die in ihnen verwendeten Werkzeuge der Toolhersteller müssen diese Architekturen unterstützen. Kurzfristig sollten hier Vorgehensweisen und Fähigkeiten zur Erstellung, Verwaltung und Wiederverwendung durch manuelle Integration verfügbar sein. Mittelfristig sollten dies Funktionen die Idee der digitalen Repräsentation bzw. digitalen Schattens nutzen. Langfristig werden Funktionen zur semiautomatischen Orchestrierung notwendig sein, die dann auch modulübergreifende Fragestellungen wie kollaborative Funktionen und modulübergreifende Sicherheitsprobleme adressieren. Um hier bestehen zu können, muss der Blick verstärkt auf das Wissensgebiet des Systems Engineering gerichtet werden.

Darüber hinaus müssen Toolhersteller und Systemintegratoren die Effektivität und Effizienz von Engineeringprozessen verstärkt in den Blick nehmen. Hier sind kurzfristig Themenstellungen wie die datentechnische Durchgängigkeit von Werkzeugketten und die Integration von modellbasierten Methoden zur automatischen Generierung von Entwurfsartefakten relevant. Langfristig kann die Zusammenarbeit in Engineeringorganisationen über die Cloud nutzbar gemacht werden. Hier stehen dann Themen wie cloudbasierte Werkzeuge und cloudbasierte Kollaborationsplattformen an.

Endnutzer sollten die, für die Toolhersteller und Systemintegratoren relevanten, Entwicklungspfade für sich kritisch bewerten. Für sie ergibt sich die Möglichkeit, die Idee der digitalen Repräsentation bzw. des digitalen Schattens auf Basis von funktional modularen Produktionssystemen verstärkt zur Realisierung von Systemflexibilitäten zu erschließen. Dies setzt jedoch eine unternehmensübergreifende Standardisierung von Strukturen, Methoden und Beschreibungsmitteln, aber auch eine verstärkte Integration entsprechender Kenntnisse des modellbasierten Systems Engineerings in den Unternehmen voraus.

Alle Unternehmen sollten die bei ihnen verfügbaren Kompetenzen hinterfragen und ggf. notwendige Kompetenzen durch Personalakquise und/oder Weiterbildungsangebote erweitern. Das wiederum bedeutet für uns als Universität, dass wir die Ausbildung in Richtung Systems Engineering umgehend ausweiten sollten.

wie weiter mit automation

Die in unseren empirischen Arbeiten gewonnen Erkenntnisse sowie unsere Erfahrungen in Forschungsprojekten setzen wir natürlich auch dafür ein, Unternehmen mit Blick auf ihre Unternehmensstrategien zu beraten. Ein schönes Beispiel ist hier die STIWA group. Auf Basis langjähriger Kooperationen im Rahmen eines Österreichischen Forschungsvorhabens entwickeln wir hier gemeinsam die nächste Generation der Entwurfswerkzeuge für dieses im Bereich der Montagesysteme tätige Unternehmen und fokussieren dabei natürlich die Möglichkeiten (z.B. Datendurchgängigkeit und mechatronischer Entwurf) und Risiken (z.B. Data Security) der wachsenden Digitalisierung.

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. habil. Arndt Lüder

 

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Wissenschaftlicher Newsticker April 2022

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Data Security und nun?

Daten sind das neue Öl, Digitalisierung, Industrie 4.0! Schlagworte, die in Produktionssystemen viel zusätzlichen Nutzen versprechen. Aber wie ist es denn mit den Risiken und Nebenwirkungen? Hier können wir nicht den Arzt oder Apotheker fragen. Dafür aber den Ingenieur.

Ein bedeutendes Risiko der Digitalisierung ist deren Sicherheit, d.h. die Data Security. Allen Unternehmen ist bewusst, dass Data Security betrachtet werden muss, auch wenn viele, insbesondere produzierende Unternehmen das noch auf die leichte Schulter nehmen. Es existieren hier bereits viele gute Vorarbeiten, das Grundschutzhandbuch des BSI und die VDI Richtlinie 2182 sind gute Beispiele dafür.

Trotz allem gibt es viele offene Fragen. Einige von diesen Fragen wurden auf dem, vom IAF mit organisierten, Dagstuhl Seminar 21451 „Managing Industrial Control Systems Security Risks for Cyber Insurance“ diskutiert. Ziel dieses Seminares war es gemeinsam mit verschiedensten internationalen Fachleuten Szenarien digitaler Risiken für Unternehmen und deren (auch gesamtwirtschaftlichen) Risiken zu diskutieren. Auf dieser Grundlage sollen in Zukunft Risiken fachlich und finanziell bewertet und für die Versicherungsindustrie transparent gemacht werden können.

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Das IAF konnte dazu seine Fachkompetenzen im Bereich der Fabrikautomation, der Strukturierung und des Entwurfs von Produktionssystemen, der Kommunikationssysteme in Produktionssystemen, und deren Data Security einbringen. Besonderer Fokus lag dabei zum einen auf der Entwicklung einer typischen Steuerungsstruktur für Produktionssysteme aus Security-Sicht und zum anderen auf der Identifikation verschiedener möglicher Angriffsszenarien auf solch ein Produktionssystem.

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Auf dieser Basis können das notwendige Wissen sowie die zu erwartenden Aufwendungen für einen Angriff auf ein Produktionssystem sowie dessen gesamtwirtschaftliche Skalierbarkeit bewertet werden. Damit wird eine Risikobewertung für die Versicherungsindustrie und deren Rückversicherer möglich.

Die Ergebnisse des Seminars sind unter https://doi.org/10.4230/DagRep.11.10.36 verfügbar.

Das IAF wird im Bereich der IT Security für Produktionssysteme auch weiterhin Arbeiten. Derzeit steht hier die Entwicklung eines Vorgehens zur Securitybewertung von Produktionssystemen auf Basis der Engineeringdaten im Vordergrund.

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. habil. Arndt Lüder

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Wissenschaftlicher Newsticker Oktober 2021

22.10.2021 -

Dynamische engpassgeführte Fertigungssteuerung

Zur Absicherung der Lieferbereitschaft bei einem hochvolatilen Abrufverhalten der Kunden sehen sich Lieferanten gezwungen, reaktionsschnelle Fertigungen und/oder bestandsabgesicherte Lieferketten vorzuhalten, die vor allem für komplexe Lieferteile schwierig zu konfigurieren und zu steuern sind. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hierbei in der Kombination aus minimaler Bestandsorientierung und maximaler Reaktionsfähigkeit, um eine wirtschaftliche und logistische Leistungsfähigkeit bei hoher Funktionalität der Lieferantensysteme sicherzustellen.

Das von den Forschern des IAFs entworfene Steuerungsverfahren kombiniert die grundlegenden Engpass- und bestandsgeführten Steuerungsmechanismen zu einer dynamischen engpassgeführten Fertigungssteuerung (Dynamic Bottleneck Starvation Control… DBSC) und ist ausgelegt für variantenreiche Serienfertigungen. Mithin erfolgt hierbei die Fertigung einer überschaubaren Anzahl an Produktvarianten in artgleichen Fertigungsfolgen. Je Arbeitsvorgang können dabei z.T. mehrere identische Maschinen zum Einsatz kommen, an denen aufgrund der Produktvarianten teilweise zeitintensive Umrüstvorgänge anfallen.

Grundsätzlich gilt: Um ein Produktionssystem zu steuern, muss man zunächst sein Verhalten analysieren und verstehen. Ein wesentliches Modell für die systemtheoretische Beschreibung von Produktionsabläufen stellt mithin das Regelkreismodell dar. Die Komplexität eines derartigen Reglers (hier: das Fertigungssteuerungsverfahren) ist dabei abhängig von der Art und Beschaffenheit der Regelstrecke (hier: das Produktionssystem). Einfache robuste Produktionssysteme mit hohem Bestimmtheitsmaß bzw. hohem Organisationsgrad, wie diese ein festverkettet und getaktete Fließlinie darstellt, erzeugen definierte, stabile Leistungsmerkmale, den es sich bei der erhöhten Komplexität anderer System anzunähern gilt.

Dabei kann folgendes konstatiert werden: Produktionssysteme, in denen eine hohe Variantenanzahl an Produkten mit sehr unterschiedlichen Arbeitsvorgangsfolgen gefertigt wird, erfordern zumeist auch komplexe Planungs- und Steuerungsverfahren. Je weniger Varianten mit nahezu identischen Arbeitsvorgangsfolgen ein Produktionssystem aufweist, desto einfacher kann das erforderliche Planungs- und Steuerungsverfahren gestaltet werden.

Mithin lassen sich für derartige Produktionssysteme dynamisch flexible Belegungsroutinen ermitteln, wobei die freigegebenen Arbeitsvorräte jeweils die systemimmanente Verfügbarkeit der jeweiligen Engpass-Situation ausweisen. Ein definierter Bestand vor dem Engpass vereinfacht die Regelstrecke und erhöht damit die grundlegende mengen- als auch zeitabhängige Ausbringung.

Darauf zielt die DBSC: Anhand eines langzyklisch terminierten Fertigungsplans erfolgt die kurzzyklische Auftragsfreigabe nach der Maxime „Pufferlager vor Engpass immer ausreichend voll“, um vordergründig ein Leerlaufen des Engpasses zu verhindern. Zudem lassen sich dadurch art- und mengenmäßigen Veränderungen von Fertigungslosgrößen und/oder signifikanten Schwankungen der betrieblichen Leistungsfähigkeit der Arbeits- und Betriebsmittel ausgleichen.

Deshalb fungiert die DBSC im Sinne eines 2-Wege-Ausgleichsventil:

(1)    Langzyklische Anpassung des Ressourceneinsatzes:
Dabei dient der verfügbare Arbeitsbestand als Einstell- und Interventionsgröße zur flexiblen Anpassung der Produktionsressourcen im systemspezifischen Leistungskennfeld.

(2)    Kurzzyklischer Mengen- und Kapazitätsabgleich:
Anhand gemittelte Relationswerte werden die verfügbaren Arbeitsbestände vor und nach dem Engpass überwacht, wobei systemspezifische Schwellwerte eine kurzfristige Termin- bzw. Mengenanpassung der einzusteuernden Aufträge auslösen.

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Abbildung: Grundmodell der Dynamischen engpassgeführten Fertigungssteuerung

 

Mit der Anwendung des vorgestellten Steuerungsverfahrens wird eine quasi kontinuierliche Produktion anhand von festgelegten Eingriffsgrenzen gewährleistet. Dem Charakter verketteter Systeme Rechnung tragend biete es die Möglichkeit zur schnellen und flexiblen Aus- und Einplanung der Ressourcen, je nach vorliegendem Kundenabrufverhalten. Eine quasi kontinuierliche Kapazitätsanpassung wird möglich, die im Rückgriff auf betriebsorganisatorische Regeln und Routinen zu einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation führt.

 

Ansprechpartner: Ulf Bergmann und Gerd Wagenhaus (IAF)

 

 

Weitere Infos:

Validierung und Entwicklung der Steuerung robuster Fertigungen (Drittmittel-Projekt)

 

Literatur:

Wagenhaus, Gerd;  Gürke, Niels;  Kurt, Werner;  Bergmann, Ulf

Dynamic bottleneck starvation control

In: Advances in Production Management Systems. Artificial Intelligence for Sustainable and Resilient Production Systems: IFIP WG 5.7 International Conference, APMS 2021, Nantes, France, September 59, 2021, Proceedings, Part V - Cham: Springer International Publishing; Dolgui, Alexandre . - 2021, S. 544-552 - ( IFIP advances in information and communication technology; volume 634)

 

 

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Wissenschaftlicher Newsticker April 2021

26.04.2021 -

Tackling FMCG and Retail Industry Challenges with Automated Solutions

Changing Consumer Expectations

FMCG and the retail industry are facing a tremendous shift toward e-commerce. The ongoing Covid-19 pandemic has caused e-commerce to grow and multi-channel shopping to enter everyday life. Expectations of product availability are growing and new delivery concepts, e.g., same-day or even same-hour delivery, are becoming normal. At the same time, the number of stock keeping units (SKUs) is growing dramatically as consumer preferences changes. Consumers expect a variety of products ranging from regional to organic in different price segments from various brands. This is causing an explosion of small brands and niche products as well as ever-changing product segments. This requires retailers to stock many diverse products in their warehouses and ensure continuous availability.

 

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Implications for Warehouse Management

The growing number of SKUs constitute a challenge to operations at warehouses and distribution centers: Smaller quantities of orders delivered frequently add complexity to handling, storing and tracing perishable goods. The Covid-19 crisis is amplifying the complexity of warehouse operations by disrupting supply chains, causing fluctuations in incoming shipments, requiring the introduction of safe distancing, and reducing the number of employees. Employees in warehouses in which manual labor is still dominant are constantly challenged by the physical as well as the cognitive workload, information processing, and item searches and identification. Long distances between shelves and aisles impede the speed of order fulfillment as well as efficiency and productivity.

 

Relevance of Urban Logistics

On the other hand, proximity to customers is crucial to reducing last-mile delivery costs and ensuring high responsiveness. This has spawned a rush on real estate, ideal locations, infrastructure and logistics facilities near larger urban areas. Brownfield use, revitalization of existing buildings and the implementation of vertical storage systems in so-called multi-level warehouses are gaining in importance and typify future storage capabilities. This results in smaller warehouses with increasing density that require new concepts for efficient storage and picking strategies.

Emerging Automation Capabilities

Conventional warehousing and picking approaches are often incapable of meeting the new demands for warehouse lead times for additional SKUs. Automation, on the other hand, enables retail companies with excellent capabilities to fulfill orders efficiently and boost their service level. The right mix and level of automated technology can improve storage space utilization, increase accuracy, minimize non-value-added movements, and expedite training of new or seasonal employees. In addition, modular, scalable automated technologies can provide more flexibility as business grows, higher efficiency and greater productivity in picking operations.

For more insights on the FMCG industry and automated solutions, view the Körber Master Class Series (on demand):

Julia Arlinghaus: SKU Proliferation in FMCG: How can automation help?

  • April 6, 2021: The Right Storage Method for Your Warehouse
  • April 13, 2021: How layer picking can mitigate the effects of SKU proliferation
  • April 20, 2021: Increasing productivity of person-to-goods operations
  • April 27, 2021: Improving a goods-to-person Order Fulfillment System

Contact: Julia Arlinghaus

 

Sources:

(1) Handelsverband Deutschland, IFH Köln 2018, Handelsreport Lebensmittel 2018– Fakten zum Lebensmitteleinzelhandel, Retrieved 19.04.2021

https://einzelhandel.de/images/HDE-Publikationen/HDE_IFH_Handelsreport_Lebensmittel_2018.pdf

(2) Aareal BankAG, 2020, Logistikimmobilien - Investieren in Assets mit Perspektive, Retrieved 19.04.2021

https://www.aareal-bank.com/fileadmin/02_Kunden/06_Downloads_PDF/White_Paper_Logistikimmobilien_de.pdf

 (3) Boer, O., Buck, R., Guggenberger, P., Simon, P., 2020, Completing a transformation in the consumer-goods industry, Retrieved 19.04.2021 https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/completing-a-transformation-in-the-consumer-goods-industry

(4) Kelly, G., Kopka, U., Küpper, J., Moulton, J., 2018, The new model for consumer goods, Retrieved 19.04.2021

https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/the-new-model-for-consumer-goods

(5) JLL Jones Lang LaSalle, 2020, Logistics buildings of tomorrow, Retrieved 19.04.2021

 https://www.jll.de/content/dam/jll-com/documents/pdf/research/emea/germany/en/Logistics-Buildings-of-Tomorrow-Report-JLL-Germany.pdf

(6) Danny Green, 2018, The Challenges Faced by FMCG Supply Chain Users, Retrieved 19.04.2021

 https://knowledge-leader.colliers.com/danny_green/the-challenges-faced-by-fmcg-supply-chain-users/

(7) Custodio, L., Machado, R., 2019, Flexible automated warehouse: a literature review and an innovative framework, The International Journal of Advanced Manufacturing Technology, P. 553-558, DOI:10.1007/s00170-019-04588-z

(8) Kille, C., Nehm, A.,2017, Zukunft der Logistikimmobilien und Standorte aus Nutzersicht, https://www.logix-award.de/wp-content/uploads/2018/03/Studie_Logix_Nachdruck_2018.pdf

(9) Berman, B. 2011, Strategies to reduce product proliferation, Business Horizons, 54, 551-561, DOI:10.1016/j.bushor.2011.07.003

(10) Grosse E.H., Glock C.H:, Neumann, P.W. 2015, Human Factors in Order Picking System Design: A Content Analysis, IFAC-PapersOnLine, Vol.:48, Issue: 3, P. 320-325, DOI: 10.1080/00207543.2014.919424

(11) De Koster, R. & Le-Duc, T. & Roodbergen, K.J., 2007. Design and control of warehouse order picking: a literature review. European Journal of Operational Research. Vol. 182. P. 481-501.

(12) Tomkins, J. A., White, J. A., Bozer Y. A., Tanchoco, M.A., 2010. Facilities Planning 4th edition, John Wiley & Sons Inc.

(13) Rushton, A., Croucher, P. & Baker, P., 2014. The Handbook of Logistics & Distribution Management, 5th Edition. London, Philadelphia, New Delhi: Kogan Page Limited.

Text published on ESM: https://www.esmmagazine.com/supply-chain/meeting-new-challenges-fmcg-understand-automation-capabilities-warehouse-management-126495

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Wissenschaftlicher Newsticker März 2021

05.03.2021 -

Reactive disruption management for the assembly of low-volume, complex products

Diese Forschungsarbeit bewegt sich im Umfeld der manuellen Montage komplexer Kleinserienprodukte. Der Fokus liegt auf dem reaktiven Störungsmanagement in der Montage. Wir betrachten das Strörungsmanagement in drei Themenblöcken: die Erkennung, Erfassung und Behebung von Störungen, der Umgang mit Störungsauswirkungen sowie die Beschreibung der Störanfälligkeit des Montagesystems. Für die Erarbeitung der Themenblöcke kombinieren wir Erkenntnisse aus mehreren strukturierten Literaturanalysen und einer Multiple Case Study, in der Unternehmen verschiedener Branchen zu ihrem reaktiven Störungsmanagement befragt werden.

Ziel der Arbeit ist es, die Rahmenbedingungen, die Prozessgestaltung und die Messgrößen für den Aufbau und Betrieb eines effizienten reaktiven Störungsmanagements im Kontext der manuellen Montage komplexer Kleinserienprodukte zu identifizieren. Das reaktive Störungsmanagement schafft gleichzeitig die Datengrundlage, die das präventive Störungsmanagement nutzt, um mittelfristig die Störungsanzahl und –schwere zu minimieren. Im Rahmen einer Single Case Study soll ein solches reaktives Störungsmanagement bei einem Hersteller komplexer Kleinserienprodukte etabliert werden.

Disruption MGMT scheme

Picture: The effects of disruption management design on manufacturing systems

The assembly process of most low-volume, complex products (LVCP) is compromised by disruptions. Disruptions cause deviations from the planned assembly schedule, which harm the economic performance of LVCP manufacturers. LVCP such as passenger planes, trains, and medical machinery form an important group of capital goods across various industries, e.g. aerospace and transportation. Due to the high value of LVCP, disruption can lead to significant financial implications. In order to minimise the negative effects of disruptions, most companies deploy disruption management. Our observations, made in a single case study, imply that disruption management in LVCP assembly differs from other manufacturing environments. Reasons are for example the manual disruption detection, the technical complexity of the products and legal obligations towards manufacturing process adherence.

The scientific literature on disruption management in manufacturing puts little emphasis on the assembly of LVCP apart from few exceptions, e.g. (Burggräf et al. 2017, p. 332). Most studies reviewed are situated in machine-based manufacturing environments and invest limited effort to elaborate on the general mechanisms of disruption management. Furthermore, the studies reviewed tend to neglect aspects such as disruption data collection methods, and disruption attributes recorded. Nonetheless, it is stressed that collecting disruption data is key for effective disruption management (Zou et al. 2016, p. 260).

This research addresses the illustrated research gap in three independent studies which form a cumulative PhD-thesis. The guiding and overarching research question is: “How do disruption data collection methods, recorded disruption attributes, and disruption management routines contribute to an effective reactive disruption management in the assembly of LVCP?” We found this research on two theoretical pillars. We draw inspiration from the Normal Accident Theory which implies that disruption will occur at some point in complex and tightly coupled systems such as manufacturing systems for LVCP (Perrow 1981, p. 17). Thus, LVCP manufacturers require routines to minimise their negative effects. Furthermore, we aim to apply the Transaction Cost Theory by modelling disruption management routines as transactions within LVCP manufacturers. Using this model, we will develop an in-depth understanding of the cause-and-effect-relationships within disruption detection, disruption response routines, and disruption measures.

In order to pursuit this research question, we gather qualitative and quantitative data from three distinct methods. Firstly, we deploy structured literature reviews on low-volume complex product assembly, disruption data collection and disruption management routines. Secondly, we plan a multiple case study taken from a representative sample of European LVCP manufacturers where we conduct interviews and examine data on disruptions. Finally, we prepare time studies at a LVCP manufacturer in a single case study, which allows us to measure the performance of disruption management routines before and after we introduce changes to these routines. For the design of our case studies we follow the suggestions by Eisenhardt and Graebner (2007) (Eisenhardt and Graebner 2007, p. 27). Merging these research methods enables us to display the similarities and discrepancies between the scientific literature and the field, and to generate new theory on this research topic, which is rather unchartered territory in the scientific literature.

Contact: Stephan Breiter, Julia Arlinghaus

Publication bibliography

Burggräf, Peter; Wagner, Johannes; Lück, Katrin; Adlon, Tobias (2017): Cost-benefit analysis for disruption prevention in low-volume assembly. In Production Engineering 11 (3), pp. 331–342.

Eisenhardt, Kathleen M.; Graebner, Melissa E. (2007): Theory building from cases. Opportunities and challenges. In Academy of management journal 50 (1), pp. 25–32.

Perrow, Charles (1981): Normal accident at three mile island. In Society 18 (5), pp. 17–26.

Zou, Jing; Chang, Qing; Lei, Yong; Arinez, Jorge (2016): Production system performance identification using sensor data. In IEEE Transactions on Systems, Man, and Cybernetics: Systems 48 (2), pp. 255–264.

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Letzte Änderung: 09.06.2022 - Ansprechpartner: Webmaster